Freeze Response Trauma: Was es ist, Fawn vs. Freeze und wie du sicher wieder auftauen kannst
- Rebecca Rinnert
- 18. Aug.
- 3 Min. Lesezeit

Wenn dein Körper nicht kämpfen oder fliehen kann
Die meisten Menschen kennen die Kampf-oder-Flucht-Reaktion – den Instinkt des Körpers, einer Gefahr zu begegnen oder vor ihr zu fliehen. Doch es gibt eine weitere, ebenso häufige Überlebensreaktion, über die viel weniger gesprochen wird: die Freeze Response.
Wenn du schon einmal in einem Streit völlig blockiert warst, dich wie bewegungsunfähig gefühlt hast oder das Gefühl hattest, die Situation nur wie von außen zu beobachten, hast du wahrscheinlich den Freeze erlebt.
Freeze ist keine Schwäche. Es ist die Art, wie dein Nervensystem dich schützt, wenn Kämpfen oder Fliehen nicht sicher erscheinen.

Was ist die Freeze Response?
Die Freeze Response ist so etwas wie die „Pause-Taste“ deines Körpers in einer bedrohlichen Situation. Sie ist Teil desselben Überlebenssystems wie Kampf und Flucht – nur dass dein System in diesem Fall Bewegung vermeidet.
Typische Freeze Response Symptome sind:
Gefühl von Blockade oder Sprachlosigkeit
Taubheit oder Abgeschnittensein vom eigenen Körper oder der Umgebung
Nebel im Kopf oder Schwierigkeiten, Worte zu finden
Das Gefühl, dass die Zeit langsamer vergeht
Biologisch kann Freeze helfen, unentdeckt zu bleiben, Schaden zu minimieren oder zu überleben, bis die Gefahr vorbei ist.
Freeze vs. Fawn: Die wichtigsten Unterschiede
Die Fawn Response ist eine weitere, weniger bekannte Traumareaktion, aber sie unterscheidet sich deutlich von Freeze:
Freeze → Du erstarrst, bleibst still und ziehst dich nach innen zurück, um Gefahr zu vermeiden.
Fawn → Du gehst aktiv auf die potenzielle Bedrohung zu, versuchst zu gefallen oder zu besänftigen, um sicher zu bleiben.
Beispiel:
Im Freeze bleibst du in einem Konflikt stumm, unfähig zu reagieren.
Im Fawn entschuldigst du dich übermäßig oder stimmst Dingen zu, die du nicht willst, nur um die Spannung zu beenden.
Warum die Freeze Response bei Trauma auftritt
Freeze ist besonders häufig bei Trauma-Reaktionen, bei denen:
Flucht unmöglich war (z. B. als Kind oder in einer eingesperrten Situation)
Kämpfen zu größerem Schaden hätte führen können
Die sicherste Option war, unsichtbar und still zu sein
Dein Nervensystem speichert diese Erfahrungen. Selbst Jahre später können ähnliche Auslöser wie Konflikte, hoher Stress oder Angstgefühle den Freeze aktivieren – auch wenn keine reale Gefahr besteht.
Ein kurzes Beispiel: Wenn Freeze unerwartet auftaucht
Maria saß in einer Besprechung, als ihr Vorgesetzter ihre Arbeit plötzlich vor dem ganzen Team kritisierte. Ihr Brustkorb zog sich zusammen, ihr Kopf wurde leer, und obwohl sie etwas sagen wollte, blieb ihr Mund geschlossen.
Später erkannte Maria, dass sie nicht bewusst geschwiegen hatte – ihr Körper war eingefroren, genau wie früher, wenn ihre Eltern laut wurden.

3 sanfte somatische Übungen zum Auftauen aus der Freeze Response
Heilung vom Freeze bedeutet nicht, sich selbst zum „Funktionieren“ zu zwingen. Es geht darum, deinem Nervensystem sanft zu signalisieren, dass es wieder sicher ist, sich zu bewegen.
1. Mit den Sinnen orientieren
Drehe deinen Kopf langsam und lasse deine Augen den Raum absuchen. Benenne fünf Dinge, die du siehst, drei Dinge, die du hörst, und eine Sache, die du auf deiner Haut spürst. So kommst du zurück ins Hier und Jetzt.
2. Mit Mikro-Bewegungen beginnen
Starte mit der kleinstmöglichen Bewegung – z. B. Zehen wackeln, Schultern rollen oder Finger beugen. Kleine Impulse helfen deinem Körper, Bewegung wieder zuzulassen.
3. Lange Ausatmung
Atme vier Sekunden lang durch die Nase ein, dann sechs Sekunden lang durch den Mund aus. Die längere Ausatmung aktiviert den parasympathischen Teil deines Nervensystems und signalisiert Sicherheit.
FAQ: Freeze Response Trauma
Was löst die Freeze Response aus?
Freeze tritt auf, wenn dein Nervensystem Gefahr wahrnimmt und entscheidet, dass Kampf oder Flucht nicht sicher sind. Trauma, Stress oder überwältigende Angst können dies auslösen.
Wie unterscheidet sich Freeze von Dissoziation?
Freeze beinhaltet oft körperliche Bewegungslosigkeit, während Dissoziation das Gefühl vermittelt, vom Körper oder der Umgebung losgelöst zu sein. Beides kann gleichzeitig auftreten.
Kann man sich vollständig vom Freeze erholen?
Ja – mit sanfter, kontinuierlicher somatischer Arbeit und traumasensibler Begleitung erleben viele Betroffene weniger häufige und weniger intensive Freeze-Reaktionen.
Fazit & Herzens-Einladung
Wenn du dich in der Freeze Response wiedererkennst, wisse: Dein Körper schützt dich auf die bestmögliche Weise, die er kennt. Mit den richtigen Werkzeugen und Unterstützung kannst du neue Reaktionsmuster entwickeln – und dich wieder frei fühlen.
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