6 Dinge, die dich in deiner ersten Somatischen Therapie erwarten – und die du in CBT oder Gesprächstherapie nicht findest
- Rebecca Rinnert
- 25. Aug.
- 3 Min. Lesezeit

Ein neuer Therapieweg kann spannend, aber auch überwältigend sein. Hast du schon Erfahrungen mit kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) oder klassischer Gesprächstherapie gemacht, fragst du dich vielleicht: Was passiert in somatischer Therapie wirklich? Ist sie dir vertraut oder ganz anders?
Kurz gesagt: Deine erste somatische Therapiesitzung ist ein ganz neues Erlebnis. Anstatt nur Gedanken oder Verhaltensmuster zu bearbeiten, verbindet Somatic Therapy dich wieder mit deinem Körper, Nervensystem und innerem Sicherheitsgefühl. Dort beginnt echte Heilung.
Hier sind sechs Dinge, die dich beim Eintritt in somatische Therapie erwarten – Dinge, die CBT oder gesprächsorientierte Verfahren nicht bieten.
1. Sanftes Ankommen im Körper
Im Gegensatz zu CBT, das oft auf Problemlösung fokussiert, geht dein Therapeut in der ersten Sitzung behutsam vor – etwa mit der Frage: „Worauf legst du deinen Fokus im Körper gerade?“ Einladend, aber ohne Druck. Du wirst eingeladen wahrzunehmen, wie sich deine Hände, dein Atem oder dein Körper anfühlen.

2. Verlangsamen, um Sicherheit zu erleben
CBT wirkt oft strukturiert und zielorientiert. Hier ist das Gegenteil der Fall: Dein Therapeut nimmt sich Zeit. Pausen, Atemübungen oder kleine Stille-Momente schaffen Raum, in dem dein Nervensystem erkennen kann: Ich bin hier sicher.
3. Ressourcen aktiv erleben – hier und jetzt
Somatische Therapie bringt dir „resourcing“ durch Orientierung (z. B. „Wo bist du gerade im Raum?“) oder innere Ressourcen (z. B. Erinnerungen oder Bilder, die dir Stabilität schenken) – direkt in der Sitzung spürbar, nicht nur als „Hausaufgabe“, wie oft in CBT.
4. Feine Veränderungen bewusst wahrnehmen
Schon kleine Körperreaktionen – ein entspannter Atemzug, weicher werdende Muskeln – sind zentrale Hinweise: Dein System verarbeitet und lässt los. In CBT zählt oft das Denken und Handeln; hier zählt das Fühlen der Veränderung auf körperlicher Ebene.

5. Weniger Worte, mehr Bewusstheit
Nicht jede gefühlte Erfahrung braucht gleich Worte. Statt ausführliches Erzählen kommst du meist mit einem Satz weiter, z. B. „Was passiert in deinem Körper, wenn du daran denkst?“ Dadurch bist du mehr im Hier und Jetzt – und dein Körper leitet den Prozess.
6. Du entscheidest das Tempo
Am größten ist oft die Erleichterung, dass du im Zentrum stehst: Du bestimmst das Tempo. Somatische Therapie ist dafür bekannt, sanft ins tiefe Erleben zu führen – ohne dich zu überfluten oder in Überforderung zu bringen.
Wirksamkeit von Somatischer Therapie – Was sagt die Forschung?
Wenn du wissen willst, ob somatische Therapie wirklich wirkt, liefert die Forschung viele Hinweise – insbesondere bei Trauma, PTBS und Stressregulation:
Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse (2019) zu körper- und bewegungsorientierten Interventionen bei PTBS zeigt eine mittlere Effektstärke von g = 0,85, was auf eine deutliche Symptomreduktion und Nervensystemregulation hinweist Las Almas.
Ein Scoping Review zu Somatic Experiencing (2021) sammelt 16 Studien, die positiv über Effekte auf PTBS-Symptome berichten, insbesondere durch Ressourcenarbeit und gezielte körperliche Interventionen Las Almas.
Eine randomisierte kontrollierte Studie von 2017 mit Menschen mit PTBS zeigte, dass Somatic Experiencing signifikante Verbesserungen und gute Wirksamkeit aufweist Las Almas; Wikipedia.
Die Methode Somatic Experiencing zielt darauf ab, die natürliche Selbstregulation des Nervensystems wiederherzustellen, indem „eingefrorene“ Überlebensenergien entladen werden – ein Ansatz, der zunehmend klinische Anwendung findet Wikipedia.
Diese Studien zeigen, dass somatische Therapie effektive Werkzeuge zur Trauma- und Stressheilung bietet – besonders wenn kognitive Ansätze allein nicht ausreichen.

FAQ: Häufige Fragen zur ersten Somatischen Therapiesitzung
1. Was passiert in der Sitzung?
Du wirst eingeladen, körperliche Empfindungen wahrzunehmen, dein Nervensystem zu regulieren und in deinem eigenen Tempo zu erleben – weniger Reden, mehr Spüren.
2. Wie unterscheidet sich Somatic Therapy von CBT?
CBT arbeitet vor allem mit Gedanken und Verhaltensmustern. Somatic Therapy berührt dein Nervensystem über körperliche Wahrnehmung und feine Regulation.
3. Muss ich Trauma besprechen?
Nein. Die erste Sitzung fokussiert auf Stabilisierung: Du wirst nicht gedrängt, traumatische Inhalte sofort zu besprechen.
4. Gibt es wissenschaftliche Belege?
Ja – Meta-Analysen, Scoping Reviews und RCTs belegen positive Effekte von Somatic Experiencing auf Traumafolgesymptome und psychische Regulation.
5. Wann wirkt es?
Das ist individuell. Einige spüren erste Erleichterung nach wenigen Sitzungen, andere gehen Schritt für Schritt – stets im eigenen Tempo.



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